Wie ist der Ablauf beim Setzen eines Zahnimplantats?

Zahnarzt Dr. Philipp in München Berg am Laim

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Zahnimplantat einzusetzen. Jedes Verfahren folgt einem bestimmten Behandlungsablauf, der sich über 4 bis 8 Monate erstrecken kann. Welches Verfahren das richtige ist, hängt von vielen individuellen Faktoren ab, die sich aus der Diagnostik und dem allgemeinen (Zahn)Gesundheitszustand des Patienten ergeben. Grundsätzlich lassen sich drei Verfahren unterscheiden:

1. Sofortimplantation

Bei der Sofortimplantation erfolgen die Entfernung des zerstörten Zahns und die Implantation in einer einzigen Behandlungssitzung. Nach einer Einheilzeit von etwa 3 Monaten folgen gegebenenfalls eine Eröffnung des Implantats und die Versorgung mit dem Zahnersatz. Insgesamt dauert dieser Behandlungsablauf ungefähr 4 Monate.

2. Verzögerten Sofortimplantation

Bei der verzögerten Sofortimplantation heilt die Wunde nach der Entfernung des zerstörten Zahns zunächst 6 bis 8 Wochen aus. Erst wenn sich die Schleimhaut wieder geschlossen hat, erfolgt die Implantation. Nach der anschließenden 3-monatigen Einheilzeit wird das Zahnimplantat gegebenenfalls eröffnet und versorgt. Durch die Einheilzeit nach der Zahnentfernung verlängert sich die Gesamtdauer der Behandlung auf etwa 5 bis 6 Monate.

3. Spätimplantation

Eine noch längere Einheilzeit sieht die sogenannte Spätimplantation vor. Sie wartet nach der Entfernung des zerstörten Zahns mindestens 3 Monate, bevor die Behandlung fortgesetzt wird. In dieser Zeit können Schleimhautdecke und Knochen vollständig ausheilen. Nach der Implantation erfolgt eine weitere Einheilphase (3 Monate), bevor das Zahnimplantat gegebenenfalls eröffnet und versorgt wird. Insgesamt liegt die Behandlungsdauer bei diesem Verfahren bei etwa 7 bis 8 Monaten.

Zeitlicher Ablauf an den einzelnen Behandlungstagen

Um Zahnersatz mit Implantaten einzusetzen, sind mehrere Behandlungstage bzw. Sitzungen erforderlich: Nach der gründlichen Untersuchung folgt die Planungsphase und der Operationstag zum Einbringen des Implantats. Nach der Einheilzeit wird schließlich der Zahnersatz auf das Implantat gesetzt. Jede dieser Sitzungen folgt einem bestimmten Ablauf:

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Untersuchungstag

Bevor die eigentliche Behandlung beginnt, erfolgen eine umfassende Untersuchung und ein ausführliches persönliches Beratungsgespräch. In diesem Gespräch geht es darum, die verschiedenen Möglichkeiten, die sich aus den Untersuchungsergebnissen ergeben, zu besprechen und sich für die optimale Behandlung zu entscheiden. Hierfür sind verschiedene Punkte zu berücksichtigen, zum Beispiel, ob überhaupt ausreichend Knochenmaterial verfügbar ist oder ob es eine akute Entzündung im Kiefer gibt, die vorher behandelt werden muss. Beides kann den Ablauf der Behandlung verändern bzw. verlangsamen.

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Planungsphase

Nach der Entscheidung erstellen wir mithilfe einer computergestützten 3D-Planung einen individuellen Behandlungsplan, in dem die einzelnen Behandlungsschritte und ihr zeitlicher Ablauf dokumentiert sind. Auf Basis dieser Planung erhalten Sie die Kostenrechnung für ihre individuelle Behandlung per Post zugeschickt. Sie haben Zeit sich die Unterlagen durchzulesen und eventuelle Fragen zu klären. Sind Sie entschlossen die Behandlung durchzuführen, brauchen wir ihre Unterschrift auf den Behandlungsunterlagen. Sind Sie gesetzlich versichert, müssen Sie zusätzlich den Heil- und Kostenplan an die Krankenkasse schicken, damit der Festzuschuss für den Zahnersatz mit einberechnet werden kann.

 

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Operationstag 1: Zahnimplantat einsetzen

Das Einsetzen des Implantats selbst erfolgt in der Regel unter örtlicher Betäubung, sodass Sie von dem Eingriff nichts spüren. In einigen Fällen ist es auch möglich, den Patienten für die Operation mit Lachgas zur emotionalen Beruhigung zu sedieren.

Sobald die Betäubung wirkt, wird die Mundschleimhaut mit einem kleinen Schnitt über dem Kieferknochen geöffnet und dieser vorsichtig freigelegt. Mithilfe einer sogenannten Bohrschablone wird dann die genaue Position festgelegt, in die das Zahnimplantat eingebracht werden soll. Anhand der Bohrschablone an der richtigen Stelle, wird mit speziellen Bohrern das Implantatbett in den Kieferknochen gebohrt und anschließend das Implantat dort eingeschraubt. Je nachdem, ob es eine offene oder geschlossene Einheilung vorgesehen ist, wird die Wunde über den Implantaten vernäht (geschlossene Einheilung) oder frei gelassen (offene Einheilung). Anschließend folgt die Heilungsphase, die etwa 3 Monate dauert.

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Operationstag 2: Schleimhautformer einbringen

Nach erfolgreicher Einheilung wird das Zahnimplantat mit einem kleinen Schnitt wieder freigelegt und mit einem speziellen Aufbau versehen. Seine Aufgabe ist es, der Schleimhaut als Formgebungshilfe zu dienen, damit sich ein schönes Schleimhautprofil um das Implantat herum ausbildet.

Nach einer kurzen Heilungszeit von ca. 2 Wochen, ist das Implantat und die Schleimhaut dann bereit für den Abdruck, damit der Zahnersatz im Labor hergestellt werden kann, und anschließend fest mit dem Implantatkörper verbunden wird.

Zeitlicher Ablauf bei der Sofortimplantation

Die Sofortimplantation stellt eine Sonderform dar, denn bei diesem Verfahren erfolgt die Versorgung mit dem Zahnersatz (z. B. Krone) unmittelbar nach dem Einpflanzen des Implantatkörpers in den Kieferknochen, also im Zuge der Operation. Das spart Zeit und beschleunigt den Ablauf der Behandlung. Allerdings ist dieses Verfahren nicht für alle Patienten geeignet, denn es ist mit einem höheren Misserfolgsrisiko verbunden. Voraussetzung dafür ist, dass der Kieferknochen kräftig genug ist und der Implantatkörper nach dem Einschrauben in den Kieferknochen einen festen mechanischen Halt hat.

Wie lange dauert es, ein Zahnimplantat zu setzen?

Meistens reicht eine einzige Behandlungssitzung für die Operation an sich aus, um ein Zahnimplantat einzusetzen. Diese Sitzung dauert in der Regel ca. 60 Minuten, ist aber nur ein Teil der Gesamtbehandlung. Diese beginnt bereits mit der Entfernung des zerstörten Zahns und der darauf folgenden Heilungsphase. Je nach gewähltem Verfahren kann diese unterschiedlich lang dauern, bevor wir das Zahnimplantat einsetzen. Auch dieses muss erst einheilen, bevor die Behandlung fortgesetzt werden kann. Insgesamt ist mit einer Gesamtbehandlungsdauer von 4 bis 8 Monaten zu rechnen.

Tipps: Verhalten nach dem Einsetzen des Zahnimplantats

Wundheilprozesse und damit auch die Einheilung der Implantate können durch eine zu frühe Belastung, mangelhafte Mundhygiene und Rauchen gestört werden. Sie können die Einheilung des Implantats und damit auch den Behandlungserfolg jedoch positiv unterstützen, wenn Sie die folgenden 7 Tipps zum richtigen Verhalten nach dem Einsetzen des Zahnimplantats befolgen:

1. Essen Sie nicht, solange die Betäubung noch anhält. Trinken dürfen Sie dagegen schon unmittelbar nach dem Eingriff.
2. Kühlen Sie die Wunde, sobald die Betäubung nachlässt. Dadurch können Sie Schwellungen vorbeugen.
3. Gönnen Sie sich in den Tagen nach dem Eingriff etwas Ruhe und vermeiden Sie Sport oder andere körperlich anstrengende Tätigkeiten.
4. Verzichten Sie in den ersten beiden Tagen nach dem Eingriff auf Koffein, Alkohol und Nikotin.
5. Bevorzugen Sie während der Einheilzeit weiche Kost.
6. Sparen Sie in den ersten 10 Tagen nach dem Eingriff die betroffene Stelle im Mund beim Zähneputzen aus. Nutzen Sie eine antibakterielle Mundspülung, um die Wunde zu reinigen und Entzündungen zu verhindern.
7. Verwenden Sie nach den ersten 10 Tagen eine weiche Zahnbürste.

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